Musées de Strasbourg
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Das Auge des Sammlers. Aus neun Straßburger Privatsammlungen

[Museum für moderne und zeitgenössische Kunst]
17|09|2016-26|03|2017
Illustration de Das Auge des Sammlers. Aus neun Straßburger Privatsammlungen

Auf Einladung des Museums für moderne und zeitgenössische Kunst gewähren neun Straßburger Sammler und Sammlerinnen Einblicke in eine Auswahl der schönsten Werke aus ihrem Fundus, den sie seit vielen Jahren zusammentragen und pflegen. Es ist für diese Kunstliebhaber eine ungewohntes, aber zugleich reizvolles Spiel, diese Stücke, die sie normalerweise nur in ihren Privaträumen zeigen, nun dem Blick der Öffentlichkeit preiszugeben.

Alle neun in der Schau vertretenen Sammler verbindet eine besondere Geschichte mit „ihrem“ Museum: Sie haben ihm eine Schenkung oder eine Dauerleihgabe überlassen, sind sein Botschafter der ersten Stunde. Mit der Ausstellungsreihe „Geteilte Leidenschaften“ wollen die Museen das Engagement von Privatsammlern würdigen und darüber hinaus das sehr unterschiedliche Vorgehen beim Aufbau einer privaten und einer öffentlichen Sammlung nachvollziehbar machen. Ob leidenschaftlich und impulsiv oder methodisch und wohlbedacht konzipiert, immer entspringt eine Privatsammlung dem ausschließlichen Wollen und Wünschen eines Einzelnen. Für ihn macht seine Sammlung Sinn, auch wenn sie vom Wandel seines Kunstgeschmacks und widersprüchlichen Entscheidungen zeugt.
Beim Aufbau öffentlichen Sammlungen dagegen sind Intuition und Spontaneität nicht gefragt. Sie entstehen im Zusammenwirken zahlreicher Akteure, die für die ordnungsgemäße Verwendung der öffentlichen Gelder verantwortlich sind, und fließen in das gemeinsame Kulturerbe ein. Deshalb ist es für beide Seiten ein ebenso kühnes wie stimulierendes Unterfangen, die normalerweise hinter verschlossenen Türen aufbewahrte Kunst mit Werken aus öffentlichen Museen zu konfrontieren.
Genau dieses Anliegen verfolgt die Ausstellung „Das Auge des Sammlers“ mit zwei aufeinanderfolgenden, sehr unterschiedlichen Präsentationen im MAMCS. Manche der gezeigten Ensembles konzentrieren sich auf eine kunstgeschichtliche Periode, eine Bewegung oder auch ein bestimmtes Trägermedium, und immer zeichnen sie indirekt auch das Porträt der jeweiligen Sammlerpersönlichkeit. Damit stellt die Schau die These in den Raum, dass auch das Sammeln von Kunst eine Kunstäußerung ist. Außerdem zeigt dieses ungewöhnliche Ausstellungsprojekt, wie sich öffentliche und private Sammlungen gegenseitig inspirieren und ergänzen und dass beiden die Freude am Feiern und Teilen der Kunst mit möglichst vielen Menschen gemein ist.

Kuratoren: Barbara Forest, Konservatorin im MAMCS; Marie-Jeanne Geyer, Konservatorin im MAMCS; Jean-Louis Mandel, Sammler; Madeleine Millot-Durrenberger, Sammlerin; Estelle Pietrzyk, Leiterin des MAMCS; Joëlle Pijaudier-Cabot, Direktorin der Straßburger Museen


Fokus 1: 17. September bis 20. November 2016:
- Catalogue Déraisonné, Privatsammlung Esther und Jean-Louis Mandel
- Être et à voir, Privatsammlung Christina und Jean Mairet
- La Possibilité d’une collection, Privatsammlung Marcel Burg,
- Passages, Privatsammlung, Straßburg

Fokus 2: 10. Dezember 2016 bis 26. März 2017:
- Le Désir est partout, Privatsammlung Lionel van der Gucht
- Comme une respiration, Privatsammlung Madeleine Millot-Durrenberger
- L’intérieur de la peinture (Arbeitstitel), Privatsammlung Jean Brolly und eine weitere Privatsammlung, Straßburg
 - Privatsammlung, Straßburg

insgesamt 791 Werke: 435 in Fokus 1, 356 in Fokus 2
226 Künstler

Die Ausstellung ist Teil der Reihe „Geteilte Leidenschaften. Von Sammlern und Sammlungen“, die den Fokus auf die Werke der Straßburger Museen richtet. Sie wird von der Eurometropole Straßburg mit einer Sonderförderung unterstützt.